Schieß-Sport-Club Lembeck 1958 e. V.

In den 50er Jahren war es einigen Mitgliedern des Allgemeinen Bürgerschützenvereins zu wenig, nur einmal im Jahr auf den Vogel zu schießen. So beschloss man, eine eigene Schießsportabteilung zu gründen. Es war vor allem Josef Elvermann, der sich unermüdlich hierfür einsetzte. Im Jahre 1958 war es dann so weit. Auf der Generalversammlung des Bürgerschützenvereins wurde die Gründungsurkunde unterzeichnet.

Nach der Gründung des Schiess-Sport-Club Lembeck wurde ein Schießstand in der Gastwirtschaft Stegemann eingerichtet. Der Schützenverein stiftete ein Luftgewehr, mit dem die Gründungsmitglieder erste Schießabende durchführen konnten. Im Gegensatz zum heutigen Schießstand machte die damalige Version allerdings einen eher improvisierten Eindruck. Geschossen wurde von einem Aufenthaltsraum aus, durch eine herausgenommene Türfüllung, auf einen Ständer mit einer Zielscheibe. Der Ständer wurde zwischen den Nähmaschinen der damals im Saale Stegemann untergebrachten Näherei aufgebaut. Der Auf- und Abbau des Schießstandes erfolgte nicht selten unter erschwerten Bedingungen, denn es mussten manchmal zuerst große Stapel Textilien, die in Schusslinie standen, beiseite geräumt werden.
Schon bald nach der Gründung musste man jedoch feststellen, dass ein Vereinsgewehr nicht mehr ausreichte, um allen Schützen der Schießgruppe gute Trainingsmöglichkeiten zu bieten. So wurde in verschiedenen Lembecker Gaststätten ein Serienpreisschießen durchgeführt, von dessen Reinerlös ein zweites Vereinsgewehr gekauft wurde. Die Übungsabende wurden nun wöchentlich im Saal des Vereinslokales der Geschwister Stegemann durchgeführt. Damals wie heute war es nicht nur das Ziel der Schießgruppe, gute sportliche Leistungen zu erzielen, sondern auch die Geselligkeit und die Kameradschaft im Vereinsleben zu fördern.
Die erste Herbstmeisterschaft des SSC Lembeck im Jahre 1959 zeigte, welches Interesse und welche Einsatzbereitschaft unter den Schützenbrüdern herrschte. Fast alle Schützen beteiligten sich am Wettkampf um die Siegerplakette, die von den Schützenbrüdern Josef Elvermann und Theo Giese gestiftet worden war. Erster Herbstmeister wurde Heinrich Giese.

Die stetig wachsende Zahl der Vereinsmitglieder und die immer noch recht improvisierten Trainingsbedingungen machten Anfang der 60er Jahre eine Erweiterung unausweichlich. Im Keller vom Gasthof Stegemann wurde ein Teil der Kegelbahn abgetrennt, aus dem, nach umfangreichen Ausschachtungs- und Betonarbeiten, ein richtiger Schießstand mit drei Ständen wurde. Schon im Vorjahr begannen ebenfalls Arbeiten an einem weiteren Schießstand. In der Nähe vom Schloss wurde ein Kleinkaliber-Stand errichtet, der ebenfalls 1962 fertiggestellt wurde. Neben der Disziplin Luftgewehr, konnte nun auch Kleinkaliber unter Wettkampfbedingungen geschossen werden. Über Jahre hinweg siegte die KK-Mannschaft des SSC Lembeck beim alljährlichen Landgemeindenpokalschießen. Leider wurde den Kleinkaliberstand durch Vandalismus mehrere Male stark beschädigt, sodass der Vorstand sich 1973 gezwungen sah die Anlage abzubauen.
Im Jahre 1968 wurde es dann offiziell. Die Lembecker Sportschützen traten dem Westfälischen Schützenbund bei und gaben sich gleichzeitig den Namen „Schieß-Sport­Club Lembeck“. Seit 1977 ist der Schieß-Sport-Club Lembeck ein eingetragener Verein und trägt seinen heutigen Namen „SSC Lembeck 1958 e.V.“.
Mit der Beteiligung am Neubau des Lembecker Sportlerheims am Hagen wurde der Bau einer neuen Schießanlage in Angriff genommen. Nach der Fertigstellung im Jahre 1979 konnte man einen schönen neuen Clubraum und einen sich anschließenden Schießstand mit 10 Ständen beziehen. Im Sportlerheim am Hagen, in direkter Nachbarschaft zum SV-Lembeck und dem Lembecker Tennisverein, ist der SSC auch heute noch zuhause. Das Clubheim wurde in den darauffolgenden Jahren Schritt für Schritt ausgebaut und immer wieder modernisiert. Eine größere Umbaumaßnahme ist bereits für das kommende Jahr geplant. Gegen Ende 2017 soll der komplette Schießstand renoviert und mit einer elektronischen Zielerfassung ausgestattet werden. Das Trefferbild wird dann nicht mehr manuell ausgewertet, sondern den Schützen direkt auf Tablets angezeigt.

In sportlicher Hinsicht können seit jeher die Schüler und Jugendlichen, durch die regelmäßige Teilnahme an Stadt-, Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften, auf beachtliche Erfolge zurückblicken. Vor mehr als 30 Jahren wurde Jürgen Kölnberger 1986 Landesmeister und qualifizierte sich damit als erstes Mitglied für die Deutsche Meisterschaft. Dem großen Engagement des Schießwarts Dieter Berger ist es zu verdanken, dass Teilnahmen an der Deutschen Meisterschaft in jüngerer Vergangenheit zur Regel wurden. Mit Markus Vadder, Christian Vadder und Anna-Lena Loick gelang gleich drei Mitgliedern diese sportliche Meisterleistung.

Ein weiteres Highlight unter den Wettkämpfen ist das Liga-Schießen, indem jeweils zwei Mannschaften und aber auch die Schützen direkt gegeneinander antreten. Im Gegensatz zu den Rundenwettkämpfen werden die Ergebnisse nicht erst am Ende, sondern schon im Laufe des Wettkampfes ausgewertet. Durch Beamer und Fernseher auf dem Schießstand kann jeder Schütze seine eigenen Ergebnisse, aber auch die des Gegners, jederzeit im Blick halten.

Die Begeisterung für den Schießsport ist bei allen Vereinsmitgliedern zu spüren. Um auch alle anderen Lembecker an dieser Begeisterung teilhaben zu lassen, führt der SSC seit 1998 das Schießen der Lembecker Bürger und Vereine durch. Der Wettkampf um den begehrten Wanderpokal findet im Jubiläumsjahr am 5. Mai 2017 statt und der SSC freut sich wieder auf eine rege Teilnahme. Alle Interessierten sind aber auch außerhalb des Termins herzlich dazu eingeladen, während unserer Trainingszeiten am Montag und Freitag ab 18 Uhr im Sportlerheim vorbeizuschauen.